° 7. Das Prinzip des Geschlechts °

(Shari im Februar 2018)

 

 

Gruppentermine für die Ferninitiation sind:
04.03. und 08.03 von 19Uhr- ca.20Uhr (danach auch einzeln nachholbar)

 

 

„Geschlecht ist in allem, alles hat männliche und weibliche Prinzipien, Geschlecht offenbart sich auf allen Ebenen“

 

Das 7. hermetische Prinzip besagt, dass die Prinzipien von männlich und weiblich in allen Ebenen der Schöpfung enthalten sind, in der physischen ebenso, wie in der geistigen.

 

Nun heißt es allerdings in vielen esoterischen Kreisen, dass männlich und weiblich sich in den höheren Ebenen auflösen, doch dies bezieht sich laut den Hermetikern rein auf die äußere Erscheinungsform des Geschlechts eines männlichen und weiblichen Körper.

Mit Geschlecht ist bezugnehmend auf die hermetischen Prinzipien also nicht die Sexualität gemeint!

Auch diese ist bloß Ausdruck des Geschlechts auf einer niederen physischen Ebene.

 

Das Wort Geschlecht findet seine Abstammung im lateinischen Worte „Genus“, welches wiederum auf das Wort „genere“ zurückzuführen ist, was so viel wie „erzeugen, erschaffen, gebären, hervorbringen“ bedeutet.

 

Der Schöpfungsprozess endet nicht auf der geistigen Ebene – ganz im Gegenteil: Im eigentlichen Sinne findet er dort sogar seinen Ursprung, was laut den Hermetikern beweist, dass das Prinzip des Geschlechts nicht rein auf die physische Ebene begrenzt sein kann.

 

Auf der physischen Ebene ist das Prinzip des Geschlechts noch nicht vollständig erforscht, doch bekannt ist bereits, dass ein Atom aus der Bewegung von sogenannten Korpuskeln (Ionen, Elektronen) erschaffen wird, welche jeweils in ihrer elektrischen Ladung positiv oder negativ sind.

Die negativen Korpuskeln bewegen sich um ein positives, nur durch diese Kooperation wird das Atom erschaffen.

Laut den Hermetikern wird das männliche Geschlechtsprinzip mit dem positiven, das weibliche mit dem negativen Pol, der sogenannten Elektrizität, identifiziert

 

Hierbei muss erwähnt werden, dass negativ nicht als schwach und unwirklich verstanden wird.

Zum Beispiel ist bei einer Batterie der negative Pol jener, in und durch welchen die Erzeugung neuer Formen und Energien sich offenbart.

Die Aufgabe des männlichen Prinzips ist es eine bestimmte ihm innewohnende Energie auf das weibliche Prinzip zu richten und so die schöpferischen Prozesse in Gang zu setzen.

Ähnlich verhält es sich auch bei der Zeugung menschlichen Lebens. Der Mann stellt die ihm innewohnende Energie (den Samen) zur Verfügung, während die Frau schlussendliche das neue Leben hervorbringt.

Keines der beiden Geschlechter ist wichtiger als das andere – nur zusammen können sie schöpferisch sein.

 

Doch alles und jeder trägt in Wahrheit beide Geschlechter in sich. In der geistigen Welt gibt es die äußeren Unterscheidungsformen der Geschlechter nicht, dennoch existieren sie.

 

Die Qualitäten, die dabei dem männlichen Prinzip (auch bekannt als Yang von Seiten alter asiatischer Philosophien) zugeschrieben werden sind:

objektiv, bewusst, freiwillig, aktiv, hart

 

Die Qualitäten des weiblichen Prinzips (Yin), sind:

subjektiv, unbewusst, unfreiwillig, passiv, weich

 

Wir alle tragen all diese Eigenschaften in uns, gleichgültig ob unser Körper eine männliche oder eine weibliche Erscheinungsform aufweist! Die hermetische Lehre lehrt jene Qualitäten bewusst anwenden zu lernen, um bewusster Schöpfer zu werden.

Auch hierzu ist der Schlüssel die Meditation.

In Schritt 5 dieses Fernkurses haben wir euch 3 Meditationen an die Hand gelegt, welche den Beginn dazu darstellen können, tiefer in die eigenen geistigen Ebenen vorzudringen, wo sich das Prinzip des Geschlechtes auf eine Art und Weise offenbart, die uns dazu verhilft, bewusste Schöpfer unserer Realität zu werden.

Die Hermetiker unterscheiden zwischen dem Mich (weiblichen Prinzip) und dem Ich (männlichen Prinzip), welche in tiefer Meditation mit etwas Geduld und Ausdauer unterschieden werden können.

In modernen esoterischen Lehren wird zwischen dem Ego (weibliches Prinzip) und dem Selbst (männliches Prinzip) unterschieden.

Leider hat der Begriff „Ego“ für viele einen sehr negativen Beigeschmack, weil es doch das ist, was wir eigentlich „überwinden“ sollen.

Bei genauerer Betrachtung der hermetischen Prinzipien gilt das Ego weder als negativ noch als etwas, das überwunden oder gar getötet werden sollte.

Ohne dem Ego kann keine Schöpfung stattfinden. Es geht darum das Ego, das „Mich“ mit dem Selbst, dem „Ich“ und zwar dem eigenen „Ich“ wieder zu verbinden.

Laut den Hermetikern ist jedes „Mich“ mit einem „Ich“ verbunden, allerdings nicht zwingend mit dem eigenen.

 

Im Alltag ist das „Mich“ sehr einfach zu erkennen, da es stets im Vordergrund steht. Es besteht aus den persönlichen Meinungen, Abneigungen, Gewohnheiten, Verpflichtungen, dem Charakter – Es ist sozusagen unsere Persönlichkeit. Diese ist bekannter Weise nicht immer durch die eigenen Werte geformt. Bereits in der Kindheit übernehmen wir Gewohnheiten und Meinungen von unserem Umfeld.

 

In der bewussten Achtsamkeitsmeditation identifiziert sich das „Mich“ mit den geistigen Vorgängen jenseits des Körpers. Doch es ist immer noch das „Mich“, was wir anfangs in der Meditationspraxis wahrnehmen.

 

Erst wer genauer hinhört, erkennt diesen dahinterstehenden beobachtenden Teil. Jener Teil ist einerseits wertfrei, er beurteilt nicht was er beobachtet (z.B.: Schmerz ist schlecht, Freude ist gut), er stellt fest und dennoch wird er von bestimmten geistigen Richtlinien getragen, welche er erfüllen will (dazu später mehr).

Das „Ich“ ist das Wollen – ein höheres Wollen, eine kraftvolle Energie, welche das „Mich“ mit Energie versorgt, das wiederum jene Energien auf kreative Art und Weise umsetzt um daraus Schöpfung hervorzubringen.

 

Die meisten Menschen leben aus dem „Mich“, dem weiblichen Prinzip und verfügen kaum aus ihrem männlichen Anteil.

Nun – das klingt erstmals nicht stimmig, da wir, die wir uns alle auf dem spirituellen Weg befinden gelernt haben, dass das weibliche lange unterdrückt wurde und es wichtig ist, endlich wieder die Göttinnen Energie zu leben.

Wie kommen also die Hermetiker darauf, dass die Mehrheit der Menschheit aus dem „Mich“, dem weiblichen Prinzip heraus lebt?

Laut den Hermetikern hat das „Mich“ sich in der Dualität aufgespalten, um für einen Ausgleich zu sorgen. Das „Mich“ tut also so, als sei es männlich und weiblich.

Die erzeugt ein falsches „Wollen“, ein kraftloses „Wollen“, welches nicht schöpferisch ist.

Die wenigen Menschen, die aus irgendeinem Grund Zugang zu ihrem „Ich“ gefunden haben, unterdrücken die vielen „Michs“ dieser Welt, indem sie ihnen ihren Willen regelrecht einpflanzen.

Jedes „Mich“ braucht ein „Ich“ um zu leben. Es ist nicht nur möglich, dass wir sozusagen durch andere gelebt werden, wenn wir den Zugang zu unserem „Ich“ verloren haben, sondern eine logische Schlussfolgerung.

 

Hypnose ist ein gutes Beispiel dafür. Ein guter Hypnotiseur weiß, dass es hier nicht nur um die richtigen Worte geht. Es gibt einen Satz in der Hypnose, der besagt: „Vorstellen ist Herstellen“. Der Hypnotiseur selbst geht während der Hypnose in eine Art Trancezustand, indem er sich mit seinem „Ich“ verbindet und das „Mich“ seines Klienten zu kreativen, schöpferischen Denkprozessen anregt, welches diese dann mithilfe der männlichen Kraft des Hypnotiseurs umsetzt.

Man kann übrigens Menschen, die sich mit ihrem Ich verbinden und einen anderen Willen haben, nicht gegen diesen Willen hypnotisieren.

Ich kann euch hier ein Beispiel aus meiner Hypnosearbeit nennen:

Jemand der zu rauchen aufhören will, dem allerdings die Willenskraft fehlt, kann mittels Hypnose leicht dazu gebracht werden mit dem Rauchen aufzuhören. Er selbst will es ja, aber der Zugang zur eigenen Willens-Kraft ist blockiert und so nutzt er die Energie der Willenskraft des Hypnotiseurs.

Jemand der nicht zu rauchen aufhören will, aber zum Beispiel von seinem Ehepartner zur Hypnose geschickt wird, weil dieser es will, wird nach der erfolgten Hypnose-Sitzung hinaus gehen und sofort die Lust auf eine Zigarette verspüren. Sein Wille entspricht nicht den Suggestionen des Hypnotiseurs und daher wird die Willenskraft des Hypnotiseurs auch nicht als eigene männliche Kraft anerkannt.

 

Leider gibt es genügend Bereiche in unserem Leben in denen der eigene Wille garnicht bewusst ist und genau da sind wir am meisten manipulierbar. Oft schon in einem Alter bevor sich der eigene Wille erfolgreich entwickeln konnte werden wir durch den Willen anderer geformt.

 

Auch wenn also die meisten Menschen im „Mich“ und somit im weiblichen Prinzip leben, wird diese Mehrheit von der Minderheit, welche das männliche Prinzip bewusst anzapft, in ihrem Glauben, was sie wollen, manipuliert.

 

Somit sehen also auch die Hermetiker die Unterdrückung des weiblichen durch das männliche Prinzip.

 

Und nochmals: Das männliche Prinzip ist nicht wertend. Es unterscheidet nicht in Gut und Böse. Bezugnehmen auf den Absatz weiter oben:

Es wird von bestimmten Richtlinien getragen, welche es zu erfüllen gilt, doch diese sind nicht ethischer Natur. Sie sind pure Schöpfungskraft, eine Kraft die sich auf allen erdenklichen Ebenen selbst erfahren will und dies nur durch das weibliche Prinzip kann.

Das männliche Prinzip ist pure wertfreie Schöpferkraft und wird erst durch das weibliche Prinzip in die Welt der Formen gebracht, wo es sich als „gut“ oder „schlecht“ offenbaren kann.

 

Wer in das Prinzip des Geschlechts wahrlich eintaucht, wird erkennen, dass die Heilung der Göttinnenkraft, wie in heutigen spirituellen und esoterischen Kreisen praktiziert wird, eigentlich nur beinhaltet die Weiblichkeit in ihrer Gespaltenheit zu heilen.

Es geht nicht darum das männliche Prinzip zu besiegen!

Dies ist essentiell!

Das in sich geheilte weibliche Prinzip bedeutet, das niedere und erfolglose Wollen in Akzeptanz dessen was IST umzuwandeln, um wieder Zugang zum eigenen innewohnenden Potential dem ICH zu erlangen und aus diesem zu erschaffen, anstatt durch die männlicher Kraft anderer zu schöpfen und zu erschaffen, was eigentlich anderen dient, anstatt dem eigenen Glück.

 

Die Welt, in der wir leben ist ein Beispiel dafür, dass viele sich dem Willen weniger beugen und praktisch durch sie gelebt werden.

Die Wahrheit ist, dass durch die Unterdrückung des weiblichen auch stets das männliche Prinzip unterdrückt wurde. Dies ist garnicht anderes möglich, da männlich und weiblich in ununterbrochener Wechselwirkung zueinander stehen.

Den Fokus einzig und alleine auf die Göttinnenkraft zu lenken, ist demnach nur ein einzelner Schritt und nicht die vollständige Lösung von allem.

Die letzten Jahre war es auf dem spirituellen Weg sehr wichtig, die wahre weibliche Kraft wieder in sich zu erkennen, doch nur um wieder mit der wahren innewohnenden männlichen Kraft in Kontakt treten zu können.

 

Das Verständnis des 7. hermetischen Prinzips ist also ein weiterer Schlüssel, wenn nicht sogar der wichtigste Schlüssel von allen, um zu verstehen wie wahre Schöpferkraft funktioniert.

Denn die wahre schöpferische Kreativität des weiblichen Prinzips kann erst durch die nährende Kraft des in sich wertfreien männlichen Prinzips zu seiner Entfaltung gelangen.

 

In diesem Sinne freuen wir uns bereits auf die gemeinsame Arbeit in unseren letzten Teil dieses Fernkurses.

 

 

In Liebe

Shari

 

 

 

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© Shari D. Kovacs
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